Wissenswertes über Stärken und Schwächen der Region Südwestfalen

10. Januar 2010 - 18:58

Oestrich. Obwohl Dirk Glaser, Geschäftsführer der Südwestfalen-Agentur, als Gastredner beim Oestricher Neujahrsempfang einen informativen und kurzweiligen Vortrag hielt, wurde er offenbar nicht allen Erwartungen gerecht.

Einige der anwesenden Politikerinnen und Politiker brannten offenbar darauf, mit Glaser über Sinn und vor allem Unsinn der Regionale 2013 zu diskutieren.

Doch weder Michael Scheffler noch Elke Olbrich-Tripp schafften es, Dirk Glaser aus der Reserve zu locken. Letzterer versprach lediglich, die kritischen Anmerkungen vor allem zur Verweigerung des zweiten Sterns für das Projekt Genna „mit in die Gremien” zu nehmen. Und offenbar waren die meisten der vielen Gäste im evangelischen Gemeindezentrum froh, dass ihnen eine Debatte unter Fachleuten erspart blieb und sie statt dessen zum lockeren Gespräch bei Getränken und Erbsensuppe übergehen konnten.

Zuvor hatte Glaser nochmals deutlich gemacht, dass die Regionale vor allem dazu dienen soll, Südwestfalen als einheitliche Region voller Stärken in den Köpfen zu verankern. Südwestfalen mit seiner enormen Wirtschaftskraft werde ringsum unterschätzt und etwas belächelt, sagte Glaser und forderte dazu auf, dieses endlich richtig zu stellen. Er verhehlte dabei nicht, dass dringender Handlungsbedarf bestehe, denn die Bevölkerungszahlen in Südwestfalen. „Wir werden immer weniger und müssen deshalb dafür sorgen, dass Südwestfalen als coole Region wahrgenommen wird, die junge Leute und Fachkräfte anlockt, die die Wirtschaft dringend braucht.” Iserlohn habe, so Glaser, wie auch andere Städte Nachholbedarf, was die Attraktivität für junge Leute angeht und müsse daran arbeiten, ein kreatives Milieu zu entwickeln.

All dies soll die Regionale unter anderem fördern, wobei die Schwierigkeit vor allem darin liege, dass die Projekte möglichst viel Unterstützung in der gesamten Region erfahren. Als ein gelungenes Beispiel nannte Glaser das von neun Kommunen getragene Projekt Lenneroute, an dem auch Iserlohn beteiligt ist.

Noch einmal unterstrich Glaser seine These, dass das Projekt Genna nach der vorläufigen Verweigerung des zweiten Stern nicht aus dem Rennen sei. Nach Überarbeitung des Konzeptes sehe er durchaus Chancen für Genna.

Zu Beginn des Neujahrsempfang hatte der Ortsring-Vorsitzende Friedhelm Siegismund nicht nur Dirk Glaser als Gastredner in Oestrich willkommen geheißen, sondern auch zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens, darunter die Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag, den Landtagsabgeordneten und Vizebürgermeister Thorsten Schick, die 1. Beigeordnete der Stadt Iserlohn, Kathrin Brenner, Repräsentanten der Banken, verschiedener Firmen sowie den Hausherrn Pfarrer Thomas Stuberg und dessen katholischen Amtsbruder Helmut Malorny, dem Siegismund nachträglich zum 65. Geburtstag gratulierte, den Malorny am 6. Janaur gefeiert hatte.

Mit den irischen Folksongs des Duos „An Seisíun” aus Hemer (Detlef Rademacher und Arnold Köhler) gewann der Empfang eine ebenso ungewöhnliche und warmherzige musikalische Note.

Noch mehr Beifall als die beiden Musiker aber gab es für Paul Teworte. Der wurde von Friedhelm Siegismund mit einer Urkunde und Präsent geehrt, als Vertreter jener Helferinnen und Helfer, die das Ehrenamt im Stillen, aber dafür zu jeder Zeit und ohne viel Aufhebens erledigen. Künftig soll es in jedem Jahr beim Neujahrsempfang eine solche Ehrung geben.