Die "Grande Dame" der Volksbühne will kürzer treten
Oestrich. 26 Jahre lang hat sie die Volksbühne Grürmannsheide geprägt wie keine andere. Sie war die Garantie für die größten Lacherfolge im Saalbau. Jetzt will sie kürzer treten und nur noch kleine Rollen spielen: Gerda Trappe.
Lachen und Schenkelklopfen ist am Wochenende, 7. und 8. November, wieder angesagt. Im Saalbau spielt die Volksbühne. Nur Gerda Trappe ist nicht dabei, Oestricher Laienschauspielerin aus Leidenschaft. Nur zweimal hat sie in den 26 Jahren im Ensemble gefehlt. Schweren Herzens und aus Krankheitsgründen, zuletzt voriges Jahr nach einer Verkehrsunfall-Verletzung.
„Liebe und andere Katastrophen” heißt das neue Stück. Für Gerda Trappe ist es keine Katastrophe, nicht dabei zu sein. „Bei uns sind tolle jüngere Leute nachgerückt”, freut sie sich. „Sie haben ein klasse Stück einstudiert. Ich war bei den Proben dabei und konnte mich vor Lachen kaum halten.”
Gerda Trappe will bei der Volksbühne Grürmannsheide kürzer treten. Foto: Helmut Rauer / IKZ Wenn im Saalbau die Zwerchfelle erschüttert werden, woran Gerda Trappe keinen Zweifel hat, wird sie selbst in einem Hotel im Sauerland einen Urlaubsgeschenkgutschein einlösen. Das fällt ihr nicht schwer. An einen Abschied von der Bühne aber denkt sie keinesfalls. „Mir genügt es, in Zukunft kleine Rollen zu spielen.” Unbedingt möchte sie weiter bei „Sankt Niklas war ein Seemann” mit dem Shanty-Chor und Thomas Reunert im Parktheater auftreten. Außerdem will sie hinter den Kulissen für die Volksbühne aktiv bleiben, ob es um Organisatorisches, das Nähen neuer Kostüme oder um Öffentlichkeitsarbeit geht. Gerda Trappe wird ihre Truppe nicht im Stich lassen.
In 26 Jahren hat die Grande Dame „auf den Brettern, die die Welt bedeuten”, stets die komischen Figuren bevorzugt. Schräges war ihr auf den Leib geschnitten. Je doller desto besser. Gern erinnert sie sich daran, „wie ich die Bauchtänzerin spielte und auf dem Tisch tanzte”.
Wenn Gerda Trappe jetzt kürzer treten will, hat das auch mit ihrem Alter zu tun. Das gibt sie zu. Wie alt sie genau ist, verrät sie hingegen selten. Und wenn sie es doch ausnahmsweise mal tut, fällt es schwer, ihr zu glauben. Lachen und Freudemachen halten halt jung. Ihr Lebensmotto deckt sich mit dem Leitspruch der Volksbühne „Anderen Menschen Freude zu machen ist unser höchstes Ziel”.
„Liebe und andere Katastrophen” präsentiert die Volksbühne am Samstag und Sonntag, 7. und 8. November, im Saalbau. Die Heimatzeitung verlost drei mal zwei Karten.
Der Dreiakter aus der Feder von Uschi Schilling handelt von den Ereignissen im feudalen Wohnzimmer eines Ehepaars. Es geht um Liebe, Seitensprünge, Irrungen und Wirrungen. Wer sich diese Komödie nicht entgehen lassen möchte, kann Karten gewinnen: Einfach eine Postkarte schicken mit dem Stichwort „Volksbühne” an die Redaktion Letmathe, Hagener Straße 61, 58642 Iserlohn, eine E-Mail an red.letmathe@ikz-online.de oder ein Fax an 02374/168900. Einsendeschluss ist Donnerstag, 5. November, um 12 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Karten gibt es zudem an der Abend- beziehungsweise Tageskasse und in der „Kleinen Buchhandlung”. Übrigens gibt es bei der Veranstaltung der Volksbühne erstmals neue Einlasszeiten: Am Samstag werden Besucher ab 19 Uhr in den Saalbau eingelassen, die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. Am Sonntag wird der Saal um 14.30 Uhr geöffnet, los geht's um 16 Uhr.
