Sportfreunde Oestrich: 60 Jahre alt und kein bisschen leise
Oestrich. Wenn bei den Sportfreunden Oestrich nicht die Vereinsfarben Rot-Weiß dominieren, sondern Weiß und Blau, dann kann das nur heißen: „O'zapft is”. In diesem Jahr hat der Verein bei seinem Oktoberfest obendrein noch Jubiläum gefeiert: 60 Jahre und kein bisschen leise.
Mit Pauke, Posaune und Saxophon marschierten zum Auftakt fünf fesche Ladys in den weiß-blau geschmückten Saal des evangelischen Gemeindezentrums. Was die „Venus Brass Band” aus Berlin an Hits zum Besten gab, konnte sich als Geburtstagsgeschenk wahrlich hören lassen. „Oh when the saints” oder „Sous le ciel de Paris”: Da ging die Post ab im Saal: Und über 100 Sportfreunde klatschten und freuten sich.
Die Freude über die schwungvolle Musik stand auch den Ehrengästen in der ersten Tischreihe ins Gesicht geschrieben. Und das kann nur heißen: Diese Herren - es handelt sich um die noch lebenden Gründungsmitglieder - haben sich selber jung gehalten. Zu den Sechsen, die von 46 Männern der ersten Stunde geblieben sind, zählen Josef Sudhaus und Wilhelm Sudhaus ebenso wie Heinz Siepmann, Sigfried Rittinghaus, Friedhelm Goldbeck und der Ehrenvorsitzende Werner Schürmann. So jung, wie sie in ihrem Sportlerherzen sind, durften sie vor die Bühne treten, um von noch Jüngeren geehrt zu werden. F-Jugend-Spieler und Minikicker liefen in Trikots auf und überreichten denen, die ihre (Ur-)Großväter sein könnten, eigens angefertigte Ehrenbilder.
Der 1. Vorsitzende Dieter Matzke begrüßte als weiteren Ehrengast Marianne Bernd, die Frau von Karl-Wilhelm Bernd, der in den ersten 15 Jahren 1. Vorsitzender war. „Nur einer hatte eine längere Amtszeit, Willi Vieler”, fuhr Matzke fort.
In einer Ansprache erinnerte der 2. Vorsitzende Ralf Schamp an die Vereinsgründung am 10. September 1949 im Lokal Graumann (Schmidt). Er stellte dieses Ereignis in einen gebührenden Rahmen, indem er einige andere für Oestrich wichtige Geschichtsdaten aufzählte: 8000 vor Christus siedelten die ersten Menschen, vermutlich Rentierjäger, in Höhlen. Die ältesten Teile der Dorfkirche stammen aus dem 12. Jahrhundert. 1813 wurde die erste Schule gebaut.
Zum Schluss seines Rückblicks schlug Schamp einen Bogen in die Gegenwart. „Schon 1949 hat unser Verein ganz besonders großen Wert auf die Jugendarbeit gelegt.” Das gilt heute unverändert.
