Elisabeth Filler wurde "100"

9. Oktober 2009 - 16:59

Letmathe/Oestrich. „Nein, einen Rollator brauche ich nicht. Dafür bin ich noch zu jung”, sagt Elisabeth Filla entschlossen. Sie hat am Freitag im Altenheim St. Kilian ihren 100. Geburtstag gefeiert. Und alle staunen, wie fit und dynamisch die Jubilarin geblieben ist.
Aufrecht stehend, freudig bewegt und mit großer Aufmerksamkeit nahm Elisabeth Filla gestern zahlreiche Glückwünsche entgegen. Heimleiter Wolfgang Ebert überreichte einen Strauß mit 100 Rosen. Und Vizebürgermeister Michael Scheffler gratulierte gleich doppelt, zum einen im Namen der Stadt, zum anderen als Anverwandter. Ist die Jubilarin doch die Kusine seines Vaters.

Nachdem sie mit der Familie aus Westpreußen vertrieben worden war, fand Elisabeth Filla in Oestrich eine neue Heimat. Mit Franz Filla gründete sie eine Familie, aus der eine Tochter hervorging. Die Ehefrau und Mutter hatte das große Glück, mit ihrem Mann 65 Jahre lang bis zur Eisernen Hochzeit zusammen zu sein. Bis auf eine Mandeloperation war Elisabeth Filla bis ins hohe Alter nie ernstlich krank. Dank ihrer großen Vitalität konnte sie noch bis 2007 - als 98-jährige Witwe - allein in ihrer Oestricher Wohnung leben.

Erst mit fortschreitender Demenz kamen Probleme auf. Der Umzug ins Altenheim erwies sich als richtige Antwort auf die zunehmende Hilfebedürftigkeit. Im Haus St. Kilan fühlt sich die Jubilarin offenbar sehr wohl. Sie nimmt regen Anteil am Geschehen rings um sie herum. Elisabeth Filla begrüßt liebe Bekannte mitunter mit stürmischem Temperament und sagt laut und deutlich, wenn ihr etwas nicht passt. Auch wenn es mit dem Lesen und Fernsehen nicht mehr klappt, an Energie fehlt es nicht: Oft und gern unternimmt die Hundertjährige Spaziergänge rund ums Heim.

Wie schafft man es, sich im hohen Alter noch so fit zu halten? Tochter Brigitte kann zumindest eine Teilantwort geben: „Meine Mutter hatte immer großes Gottvertrauen.”