Die Geschichte Oestrichs

Zeitreise durch die Oestricher Geschichte

8000 v. Chr.

Besiedlung der Höhlen am Burgberg durch Rentierjäger der Mittelsteinzeit. Belegt durch Funde in der Martinshöhle.

4000 v. Chr.

Besiedlung des Burgberges durch die ersten Ackerbauern aus der Zeit der Bandkeramiker.

3 Jh. n. Chr.

Der Oestricher Goldfund aus dem Jahre 1928 wird als germanische Arbeit aus der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. datiert.

8 Jh. n. Chr.

Steingeräte und Scherbenfunde auf dem Burgberg die dieser Zeit zugeordnet werden.

8 Jh. n. Chr.

Karolinger Zeit. Zu dieser Zeit wurde vermutlich der verfallene Hauptwall neu hergerichtet, die westliche Burg und der Mittelwall aufgebaut.

Um 1200

Die ältesten Bauteile der heutigen ev. Kirche Oestrich datieren aus dieser Zeit.

Um 1220

Nennung der Güter in der „ Cometia Osteric ", in der „großen Vogteirolle" über das Stift Essen des Grafen von Isenberg-Altena.

7.Nov. 1225

Ermordung des Erzbischofs Engelbert von Köln bei Gevelsberg durch Friedrich von Isenberg.

Nach 1225

Der Sohn Friedrich von Isenberg, Dietrich, erstreitet von Oestrich aus die Rückgabe seines Erbes, der Grafschaft Limburg ( Hohenlimburg ).

1348

Aus einer Stiftung des Iserlohner Bürgers Henricus Nithardt werden der Oestricher Kirche umfangreiche Grundstücke und Liegenschaften zugewiesen.

1396

Urkunde über Erbauseinandersetzungen der Vettern Wedekind und Degenhart von Letmathe, genannt Küling. Der Rezess nennt unter anderem acht Güter aus Oestrich.

1400

In einer Notiz im Archiv Letmathe wird erstmalig von einer Wasserbetriebenen Drahtrolle am Flehmebach berichtet. Der Drahtzug gehörte einem Hinrich Peter.

1488

Erster urkundlich erwähnter Freistuhl zu Oestrich.

1511

Schriftstück aus den clevisch-märkischen Akten in dem mehrere Oestricher Bauernhöfe aufgeführt sind. Staatsarchiv Münster (Nr.163, 6 Fol. 1-19)

1522

Urkundlich erwähnter Freistuhl auf dem Hofe des Hermann Rademecker (Rademacher ). Vermutlich im „Klepping" gelegen, nahe dem Königsweg.

1535

Wird erstmalig ein „Sporensmyt" Humpert als Zeuge in einer Urkunde erwähnt. Der Beginn der Oestricher Kettenschmieden?

1544 - 46

Fröndenberger Rezesse zwischen den Vettern von Westhofen den damaligen Besitzern der Häuser Letmathe und Hennen. Unter den streitigen Höfen befinden sich fünf in Oestrich. Des großen Hermanns Gut, Johann Schroders Gut, das Gut Reuelich, Schmyds Gut und Grevelmanns Hof „ über der Kerchen".

1560

Die Reformation fand unter der Herrschaft der Neuenahrer Grafen durch den Ergster Pfarrer Johann Hengstenberg in Oestrich Eingang.

1575

In einer Streitschrift wird die Oestricher Kirche eine „filia ecclesiae Iserlohnensis" ( Iserlohner Filialkirche ) genannt.

1618

Nach einer Aufzeichnung im Archiv Rheda hatte das Kirchspiel Oestrich drei Freistühle ( Liegenschaftsgerichte ). Diese lagen zu Oestrich auf Geitmanns Hof ( vormals Rademecker ), auf Husters Hof in Stenglingsen und zu Nordlohn an der alten Königsstraße „ in des Königs Wiesen".

1633

Heere der verfeindeten Kriegsparteien verwüsten die Grafschaft Limburg und die umliegenden Dörfer in den Wirren des dreißigjährigen Krieges.

1636

Die Pest lässt in Oestrich nur sieben Menschen überleben, die zum Andenken sieben Linden pflanzten, wovon der Lindenplatz in Oestrich seinen Namen führen soll.

1654

Die Grafschaft Limburg lässt ein neues Hofverzeichnis erstellen. Zum Teil sind diese Höfe noch heute vorhanden. Es zählen insgesamt 53 Höfe zum damaligen Oestrich.

1666

In einem Schreiben an die gräfliche Regierung in Limburg wird die Frage nach dem Kirchweihfest beantwortet. Sie ist stets zu Bartholomäus im August. Der Vorläufer unserer heutigen Appeltatenkirmes.

1709

In Oestrich werden drei Wirtschaften verzeichnet.

1729

Preußen erkennt dem Grafen zu Limburg das ungeschmälerte Kollationsrecht über die Oestricher Kirche zu.

1736

Oestrich zählt 22 Meister der Kratzendrahtherstellung.

1767

Der siebenjährige Krieg hinterlässt seine Spuren. Die Bauern verarmen zusehends durch seine Auswirkungen.

1813

In Oestrich wird die erste Schule errichtet

1815

Mit Auflösung der Kleinstaaten durch den Wiener Kongress kommen die Gemeinden Letmathe und Oestrich zum preußischen Staat. Bis zum Jahre 1903 bilden sie mit Hohenlimburg und Elsey das alte Amt Limburg.

1836

Gründung des Schützenvereins Oestrich

1844

Die Synagoge an der Beilstraße wird feierlich eingeweiht.

1853

Oestrich hat 2060 Einwohner, Letmathe 1080.

1864

Bau der Eisenbahnstrecke Letmathe - Iserlohn mit dem Bahnhof Dechenhöhle auf Oestricher Gebiet. Nach Bau der Bahnstrecke Iserlohn - Schwerte befinden sich drei Bahnhöfe auf Oestricher Gebiet. Iserlohner Heide, Lasbeck und Dechenhöhle.

1868

Entdeckung der Dechenhöhle am 10. Juni bei den Gleisbauarbeiten an der Bahnlinie Letmathe - Iserlohn.

1877

1. April Gründung des Männerchor - Oestrich

1881

Gründung des Turnverein Oestrich

1885

Oestrich hat 3937 Einwohner

1887

Erste Belegung des heutigen evgl. Friedhofs am 5. Oktober.

1891

Am 17. August wird die evgl. Volksschule Grürmannsheide eingeweiht.

1889

Grürmannsheide erhält eine Posthilfsstelle.

1895

Oestrich erhält eine kath. Volksschule. Das Gebäude wird 1973 abgebrochen.

1899

Gründung der Spar und Darlehnskasse Oestrich. Seit 1975 Volksbank.

1902

Oestrich erhält, ebenso wie Letmathe, erstmals Strom aus dem E-Werk der Westfälischen Kleinbahnen in der Grüne.

1903

Oestrich und Letmathe bilden einen eigenständigen Amtverband.

1906

Der Altbau der ev. Kirche wird bis auf den Turm abgerissen. Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Oestrich. Am 21 Juni.

1908

Der Neubau der ev. Kirche ist am Bartholomäustag in seiner heutigen Form vollendet. Anstelle der alten evgl. Schule wird eine neue errichtet, die im Jahre 1934 als Wittekindschule bezeichnet wird. Bau der alten Friedhofskapelle.

1911

Die Gaststätte Speerschneider am Leckerhorstweg wird eröffnet.

1914

Gründung der kath. Missionspfarrei Oestrich. Anlage des Oestricher Sportplatzes an der Vodeke.

1915

Baubeginn der kath. Kirche Oestrich an 1. Oktober. Die feierliche Grundsteinlegung fand am 7. Mai 1916 statt.

1916

Am 19. September Einweihung der kath. Kirche zu Oestrich.

1919

Oestrich hat 6486 Einwohner, Letmathe 5586. Gründung des Theater und Unterhaltungsklub „Fidelio", heute Theaterverein Volksbühne Grürmannsheide.

1921

Oestrich und Letmathe bilden eigene Amtverbände.

1922

Gründung des Vereins für Orts- und Heimatkunde.

1923

Bau des Bahnhof Dechenhöhle.

1928

Bei der Verlegung der Ferngasleitung werden am Fuße des Burgberges ein Armreif und ein Halsring gefunden. Sie stammen aus dem dritten Jahrhundert nach Chr. und gehen als „Oestricher Goldfund" in die Geschichte ein.

1935

Die Siedlungen „Im Heersiepen" und „Sonderhorstweg" entstehen.

1938

Zusammenschluss der Stadt Letmathe und des Amtes Oestrich zu einer Verwaltungsgemeinschaft.

1942

Die katholische Kirche wird durch Brandbomben in der Nacht vom 10. zum 11. April getroffen und brennt aus.

1949

Gründung des Fußballvereins Sportfreunde Oestrich.

1949

Einrichtung der Buslinie Oestrich - Hohenlimburg-Reh. 1952 wird diese bis Grürmannsheide verlängert.

1951

Gründung der Gemeinschaft Oestricher Ortsvereine. Heute Heimatverein Ortsring Oestrich e.V.

1954

Gründung des Tischtennisverein TTV Letmathe

1955

Oestrich hat 11902 Einwohner, Letmathe 12786

1956

Die im Amtverband verbundenen Gemeinden Oestrich und Lössel werden mit Letmathe per Gesetz vom 9. Oktober zur Stadt Letmathe zusammenge-schlossen. Gerlingsen und Iserlohner Heide werden von Oestrich abgetrennt und Iserlohn zugeschlagen.

1957

Die kath. Volksschule in Oestrich bezieht ihr neues Gebäude an der Wiesenstraße, die Bartholomäusschule.

1962-1963

Erweiterung der kath. Kirche auf ihre heutige Größe.

1964

Letmathe und Oestrich haben zusammen 27086 Einwohner.

1965

Am 4. Dezember wird der Neubau der evgl. Schule „An der Berliner Allee" eingeweiht

1967

Der Autobahnbau zwischen Letmathe - West im Ostfeld und Iserlohn-West beginnt.

1969

Letzte Appeltatenkirmes.

1970

Am 5. August schließt die Gaststätte Speerschneider.

1973

Fertigstellung des Schleddestadion mit Schießsportanlage.

1975

Letmathe und Oestrich werden der neuen Stadt Iserlohn zugeordnet. Bau der neuen Friedhofskapelle.

1978

Der Autobahnzubringer durch den Burgberg hindurch ist fertig gestellt.

1989

Erste Appeltatenkirmes der Neuzeit.

1990

Bei Erdarbeiten im Neubaugebiet zwischen Heinrich Steden Weg und Brinkhofstraße werden ca. 800 Jahre alte Skelettreste gefunden.

1993

Am 30. Oktober schließt Iserlohn 13, dass Oestricher Postamt im Hause Nölke seinen Schalter. Zuletzt wurde diese Nebenstelle von Gerda Trappe geleitet.

2003

Nach aufwendigen Umbauten sind in der ehemalige Gaststätte Holtschmit vier Wohnungen entstanden. Dabei wurde die Außenfassade in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt und die Schieferverkleidung entfernt. Der Dorfplatz wurde in „Herbert Nolte Platz" umbenannt. Das Neubaugebiet am Leckerhorstweg entstand, mit der Straße „Am Feldbrand".