Liebe und Chaos bis hin zum Happy-End

Letmathe. „Junge, du brauchst ‘ne Frau“, das ist nicht nur die Einschätzung von Mutter Helga Bauer, sondern auch von anderen Akteuren beim Lustspiel der Volksbühne Grürmannsheide „Theo und die Frauen“. Und wer da so dringend weiblichen Anhang nötig hat, das ist Theo Bauer, immerhin stolze 40 Jahre alt. Noch immer wohnt er im heimischen Kinderzimmer, seine ganze Liebe gilt seiner Briefmarkensammlung, und den Kaffee trinkt er nur entkoffeiniert - „Weicheierbrühe“, wie sein Freund Hans Kuller meint. In seinen Puschelsocken fühlt sich der junge Mann („Ich weiß doch gar nicht, wie ich eine Frau anfassen soll“) immer noch am wohlsten.Dass ist die Grundlage für einen Komödien-Höhepunkt, der am Samstagabend im voll besetzten Saalbau für beste Stimmung beim Publikum sorgte, und das nicht nur auf Grund der immer turbulenter werdenden Geschichte, sondern auch weil die Akteure auf der Bühne allesamt zu überzeugen wussten.Die Geschichte an sich ist schnell erzählt. Theo wohnt immer noch zu Hause. Seine Mutter ist der Meinung, er gehört endlich an die Frau und engagiert eine Typberaterin, sein bester Freund Hans hingegen bestellt eine Prostituierte. Und da ist natürlich noch das Hausmädchen Annabell, das schon lange ihre Liebe zu Theo spürt. Als alle, inklusive einem Zuhälter und einem Elektriker, im Hause Bauer auftauchen, ist das Chaos zwischen Verwechslung, Lieben und Leiden bis zum Happy-End perfekt.Perfekt verkörperte André Bornhöft den Typus des Muttersöhnchens Theo, der nur schwer von seiner Liebe zu den Briefmarken lassen kann, bevor er dann noch noch die Liebe für sich entdeckt. Katja Gocz brillierte in der Rolle des anfangs braven Hausmädchens, das immer mehr für ihre Liebe zu kämpfen weiß. Ute Hülser glänzte als Mutter Helga, die immer mehr den Überblick über das drohende Chaos zu verlieren scheint. Wahrhaft lasziv und mit dem nötigen Humor präsentierte sich Stefanie Bornhöft als Prostituierte Chantal Château. Jörg Pzolka gab überzeugend den Freund von Theo, der nur das Beste für Theo will, dann aber mit einem Schwall aus dem Wassereimer belohnt wird. Nicht leicht zu spielen, aber wirklich brillant dargeboten, Jenni Hülser als schwerhörige und etwas tollpatschige Typberaterin Eleonore Dünnfrack. Und auch Bernd Belter als Paul Blitz und Andreas Gocz als Rocco, das Rohr, hatten sich am Ende den Applaus des Publikum für ihre Auftritte verdient.Auch die Akteure neben und hinter der Bühne trugen ihren Teil zum Erfolg bei: Thorsten Lange und Jürgen Schulte-Beckmann (Bühne), Heinz und Kai Hülser (Technik/Ton), Elke Thamm (Maske), Inga Neutzner und Jenni Hülser (Deko) sowie Souffleuse Mecki Schulte Beckmann.Unter der bewährten Regie von Heidi Dahmen hat die Volksbühne Grürmannsheide nach monatelanger Probenarbeit ein perfekt inszeniertes Lustspiel auf die Saalbau-Bühne bringen können, das beim Publikum bestens ankam. Nicht unerwähnt bleiben sollte hier aber auch, dass Volksbühnen-Mitglied Jennifer Hülser als Autorin ein Lustspiel gelungen ist, das es mit professionellen Skripten jederzeit aufnehmen kann. Am Sonntagnachmittag wurde das Lustspiel „Theo und die Frauen“ erneut im Saalbau aufgeführt. Wenn der Saal auch nicht so gut gefüllt war wie bei der Premiere, erlebte das Publikum eine unterhaltsame Komödie, zu der es auch noch Kaffee und Kuchen gab.Ulrich StedenQuelle: Iserlohner Kreisanzeiger, Ulrich Steden

.

.